Leder war gestern!

Immer mehr Menschen möchten sich vegetarisch ernähren, und auch bei Kleidung und Accessoires auf deren tierische Herkunft verzichten. Dass dabei der Style keinesfalls zu kurz kommen muss, zeigen die neuesten Materialtrends, die Leder ersetzen. Wir stellen die wichtigsten Ansätze und ein angesagtes Modelabel vor, das vor allem auf Kork setzt.

 

Ananas – Pflanzenfasern als wertvoller Rohstoff

Einer spanischen Designerin haben wir diesen nachhaltigen Trend zu verdanken. Dr. Carmen Hijosa fand bei ihrer Arbeit auf den Phillippinen heraus, dass bei der Ananas-Ernte große Mengen an Blättern als Abfallprodukt übrigbleiben. Diese Blätter zeichnen sich durch sehr feine, aber besonders stabile Fasern aus.

 

Fotolia.de / © rodrusoleg
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Fünf Jahre forschte die Designerin und gewann aus den Fasern schließlich einen Stoff, der eine dem Leder zum Verwechseln ähnliche Konsistenz aufwies. Sie gründete das Label „Piñatex“ (aus „piña, Spanisch für Ananas, und „tex“ für Textil).

 

Mittlerweile kaufen viele alternative, angesagte Marken wie Nae, SmithMathias aber auch Branchengrößen wie Puma den Lederersatz und verarbeiten ihn zu 100 Prozent veganen Schuhen, Taschen und sogar Möbeln.

 

 

Kork – Baumrinde wird zu Jacken und Accessoires

 

Auf ein anderes Material, das ebenfalls sehr natürlich und nachhaltig ist, setzt das bayerische Modelabel „Bleed“. „Kork statt Mord“ lautet ihr plakativer Claim. Und tatsächlich eignet sich das Material dank seiner besonderen Eigenschaften wie extreme Strapazierfähigkeit, Wärmedämmung, Atmungsaktivität und natürlicher Maserung hervorragend als Lederersatz. Bleed bietet Gürtel, Geldbeutel und sogar Lederjacken an, die täuschend echt aussehen. Korkeichen müssen für die Gewinnung von Kork übrigens nicht gefällt werden, die Rinde wird regelmäßig abgeschält und wächst immer wieder nach.

bleed_lederjacke_1000Unsere Favoriten: Die Korkjacke Damen „Black Edition“ (289 Euro) im klassischen Bikerstil und der schmale Damengürtel (29,90 Euro).

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Bleed Clothing Korkgürtel, Bild PR

Bleed arbeitet unter anderem mit der Tierschutzorganisation PETA zusammen, die nur 100 Prozent vegane Kleidung mit dem Siegel „PETA approved“ belohnt.

Weitere Infos unter www.bleed-clothing.com

 

Neben diesen beiden Ansätzen versuchen immer mehr innovative Köpfe, Leder als Material in Zukunft zu ersetzen: Das japanische Start-up „Spiber“ setzt auf Spinnenseide, andere experimentieren mit grünem Tee oder Bakterien und Hefe.

 

Allen gemeinsam ist die Einsicht, dass wir zukünftig auf nachhaltige, langlebige und erneuerbare Materialien setzen müssen, um vielen Tieren Leid ersparen und unsere Ressourcen zu schützen.

 

Klingt nach einem guten Plan.